Mehrere internationale Institutionen haben nach der Veröffentlichung der chinesischen BIP-Daten für das dritte Quartal am Montag die strukturelle Aufwertung des Außenhandels und die hohe Widerstandsfähigkeit des chinesischen Konsummarkts als zentrale Wachstumstreiber hervorgehoben.

Im dritten Quartal 2026 wuchs Chinas Bruttoinlandsprodukt (BIP) nach Angaben des Nationalen Statistikamts im Jahresvergleich um 4,5 Prozent.
In den ersten drei Quartalen legte die chinesische Wirtschaft den Daten zufolge gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4,6 Prozent zu.
Im selben Zeitraum überstieg das Handelsvolumen von Industrierobotern, elektronischen Bauteilen, Computerkomponenten und elektrischen Ausrüstungen im chinesischen Außenhandel zehn Billionen Yuan RMB. Dies entspricht einem Anstieg von 58,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Die US-amerikanische Vermögensverwaltungsgesellschaft Invesco verwies auf den kontinuierlich steigenden Anteil grüner und intelligenter Produkte an den chinesischen Exporten. Dies habe das Vertrauen ausländischer Investoren in den chinesischen Aktienmarkt gestärkt.
„Für globale Investoren besteht der entscheidende Wandel darin, dass China zunehmend weniger als traditionelle makroökonomische Wachstumsgeschichte wahrgenommen wird, sondern vielmehr als eine Geschichte von Produktivität, Technologie und Unternehmensgewinnen. Ich würde mich auf drei Bereiche konzentrieren: KI-Technologie, fortschrittliche Fertigung und die grüne Wirtschaft. Bei A-Aktien sehe ich Chancen unter anderem in den Bereichen Automatisierung, Robotik, Halbleiter, Energieausrüstung und Infrastruktur für erneuerbare Energien“, sagte Zhao Yaoting, globaler Marktstratege bei Invesco Asia Pacific.
Auch die strukturellen Veränderungen auf dem chinesischen Konsummarkt stehen im Fokus internationaler Institutionen. KPMG zufolge sorgt die zunehmende Diversifizierung der Konsumnachfrage in Bereichen wie Tourismus, Sport und Kultur für neue Impulse für die langfristige Entwicklung des chinesischen Markts.
„Die Verbraucher wenden sich derzeit zunehmend vom Kauf von Produkten dem Kauf von Dienstleistungen zu. Den Daten zu Mehrwertsteuerrechnungen während der Nationalfeiertagsferien zufolge stieg der durchschnittliche tägliche Rechnungsbetrag im Dienstleistungskonsum um 19,5 Prozent. Sowohl im Kulturtourismus als auch im Sport wurden zweistellige Zuwachsraten verzeichnet. Insgesamt wird der chinesische Konsummarkt nicht mehr hauptsächlich durch Preise bestimmt, sondern zunehmend durch neue Faktoren wie eine wachsende Verbraucherbasis, vielfältigere Konsumangebote und eine höhere Qualität“, sagte Wu Xuchu, stellvertretender Vorsitzender von KPMG China.
Einem Bericht von Moody's Ratings zufolge entwickelte sich der chinesische Konsum in den ersten drei Quartalen zunehmend rationaler und stärker erlebnisorientiert. Der Dienstleistungskonsum und der Online-Konsum verzeichneten weiterhin ein rasches Wachstum.
Angesichts der anhaltenden politischen Unterstützung dürfte die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt ein nachhaltigeres und ausgewogeneres Wachstum erzielen, heißt es in dem Bericht.
„Wir sind überzeugt, dass der chinesische Konsummarkt weiterhin eine hohe Widerstandsfähigkeit aufweist. Der Dienstleistungskonsum entwickelt sich positiv, und sein weiteres Wachstum kann die Beschäftigung im Dienstleistungssektor fördern. Aus Sicht der Kreditwürdigkeit werden konsumnahe Branchen und Unternehmen ihre Umsätze, ihre Rentabilität und ihre Marktposition behaupten können, wenn sie preislich attraktive und zugleich innovativere Produkte sowie einzigartige Konsumerlebnisse anbieten und Online- und Offline-Vertriebskanäle miteinander verknüpfen“, sagte Li Xiujun, Vizepräsidentin bei Moody's Ratings.
Quelle: CRI