CGTN-Umfrage: Konstruktive strategische Stabilität als pragmatischer Ansatz für die Beziehungen zwischen China und den USA

Der chinesische Staatspräsident Xi Jinping wird den Vereinigten Staaten auf Einladung von US-Präsident Donald Trump von Mittwoch bis Freitag einen Staatsbesuch abstatten. Es ist Xis erster Besuch in den Vereinigten Staaten seit drei Jahren. Zugleich finden damit innerhalb eines halben Jahres gegenseitige Besuche der Staatschefs Chinas und der USA statt. Der Besuch sendet ein positives Signal an die Welt, dass beide Seiten ihre Beziehungen weiter im Sinne einer „konstruktiven strategischen Stabilität“ voranbringen.

„Konstruktive strategische Stabilität“ umfasst eine positive Stabilität, die auf Zusammenarbeit ausgerichtet ist, eine solide Stabilität mit begrenztem Wettbewerb, eine normale Stabilität mit kontrollierbaren Differenzen und eine dauerhafte Stabilität, die Frieden ermöglicht.

75 Prozent von 12.000 Befragten einer CGTN-Umfrage in 39 Ländern hielten stabile Beziehungen zwischen China und den USA für die internationale Gemeinschaft für wichtig. In Entwicklungsländern lag der Anteil bei 78,3 Prozent, in den USA bei 76,7 Prozent.

Erstens wird das Treffen der Staatschefs in Washington den Konsens über eine „konstruktive strategische Stabilität“ weiter festigen. China und die USA unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Systeme, Entwicklungswege und Interessen. Meinungsverschiedenheiten sind daher nichts Ungewöhnliches. Entscheidend ist, ob beide Seiten Fehleinschätzungen vermeiden und Konflikte durch einen Dialog auf Augenhöhe bewältigen können.

78,6 Prozent der weltweit Befragten der CGTN-Umfrage waren der Ansicht, China und die USA sollten ihren Dialog auf der Grundlage von gegenseitigem Respekt verstärken. Unter den Befragten in den USA stimmten 78,3 Prozent dieser Aussage zu, unter republikanischen Befragten waren es 85 Prozent.

Zweitens kann das Treffen dazu beitragen, dass China und die USA ein neues Modell eines „gesteuerten Handels“ ausloten. 67,9 Prozent der weltweit Befragten erklärten dazu, China und die USA könnten gegenseitigen Nutzen und Win-Win-Ergebnisse erzielen und wirtschaftliche und handelspolitische Konflikte seien nicht unüberwindbar. 74,6 Prozent der Befragten sahen den Handel zwischen China und den USA im Kern als für beide Seiten vorteilhaft an. Unter den Befragten in den USA lagen die entsprechenden Werte mit 72,8 beziehungsweise 75,3 Prozent über dem weltweiten Durchschnitt.

77,9 Prozent der weltweit Befragten stimmten der Aussage zu, dass „Wirtschafts- und Handelsbeziehungen ein Stabilisator und keine Konfliktquelle in den Beziehungen zwischen China und den USA sein sollten“. In den Entwicklungsländern lag die Zustimmung bei 81,5 Prozent, in den USA bei 76,4 Prozent. Je stabiler die Wirtschafts- und Handelsbeziehungen sind, desto weniger Raum bleibt für Missverständnisse und Konfrontation. Je mehr konkrete Ergebnisse die Zusammenarbeit hervorbringt, desto stärker kann das Vertrauen der Bevölkerung in eine friedliche Koexistenz beider Länder wachsen.

Drittens kann das Treffen der Staatschefs „Dividenden“ für Frieden und Entwicklung in der Welt schaffen. Die CGTN-Umfrage zeigt, dass die Menschen in Entwicklungsländern hohe Erwartungen an stabile Beziehungen zwischen China und den USA haben. Der Globale Süden darf nicht zum Schauplatz von Großmachtkonkurrenz werden und die meisten Länder wollen sich nicht zwischen China und den USA für eine Seite entscheiden. Konstruktive und strategisch stabile Beziehungen zwischen China und den USA sind ein wertvolles globales öffentliches Gut, das beide Länder gemeinsam bereitstellen. Sie werden die Entwicklung des globalen Kräfteverhältnisses und die künftige internationale Ordnung tiefgreifend prägen sowie sind von großer Bedeutung für Frieden, Stabilität, Entwicklung, Zusammenarbeit und Governance weltweit.

(Der Autor, Zhao Minghao, ist Professor und stellvertretender Direktor des Zentrums für Amerikastudien der Fudan-Universität. Der Beitrag gibt die persönliche Meinung des Autors wieder und entspricht nicht notwendigerweise der Position von CGTN.)

Redaktion : Yin Fan

Quelle: CRI