| Gastbeitrag des chinesischen Botschafters Deng Hongbo in China.Table: Aus der Geschichte lernen–wertegeleitet in die Zukunft |
| 2025-09-01 12:00 |
In diesem Jahr gedenken wir des 80. Jahrestages des Sieges im Widerstandskrieg des chinesischen Volkes gegen die japanische Aggression und im weltweiten antifaschistischen Krieg. Seite an Seite mit den Völkern aller Länder errang das chinesische Volk vor acht Jahrzehnten den endgültigen Sieg gegen Faschismus und verteidigte damit Menschenwürde und Gerechtigkeit. Es war ein beispielloser Kraftakt, für den Millionen ihr Leben opferten. In diesem entscheidenden Ringen um Zukunft und Schicksal der Menschheit war China der Hauptkriegsschauplatz im Osten. Als erstes Land stellte sich China weltweit der faschistischen Aggression entgegen und auf dem chinesischen Boden tobte der Krieg am längsten. Mit immensen, historisch einmaligen Opfern leistete unser Land einen Beitrag von bleibender Bedeutung. Nach den verheerenden Kriegswirren wirkte China maßgeblich an der Gründung der Vereinten Nationen mit und legte gemeinsam mit anderen Ländern den Grundstein für die Friedensordnung der Nachkriegszeit. In diesem Jahr jährt sich zugleich die Rückkehr Taiwans zu China zum 80. Mal - ein wichtiger Bestandteil der Errungenschaften des Zweiten Weltkrieges und ein zentraler Teil der internationalen Nachkriegsordnung. Diese historischen und völkerrechtlichen Tatsachen lassen keinerlei Zweifel zu. Das Ein-China-Prinzip ist längst zu einem allgemein anerkannten Konsens der internationalen Gemeinschaft geworden. Die Lehren der Vergangenheit sind wichtige Wegweiser für die Zukunft. Im Rückblick lehrt uns die Geschichte immer wieder: Kriegswahn, Aggression sowie Expansion sind der Menschheit größter Feind und führen die Welt nur unweigerlich in den Abgrund. Der einzig richtige Weg für unsere Weltgemeinschaft besteht im gegenseitigen Respekt, friedlichen Miteinander, Zusammenarbeit und gemeinsamen Gewinnen. China hat die internationale Nachkriegsordnung stets entschlossen verteidigt, aktiv gestaltet und positiv mitgeprägt. Seit jeher steht unser Land auf der richtigen Seite der Geschichte - auf der Seite des zivilisatorischen Fortschritts und der gemeinsamen Interessen der überwiegenden Mehrheit der Staatengemeinschaft. Mit fester Entschlossenheit tritt China für das UN-zentrierte internationale System und eine völkerrechtsbasierte Weltordnung ein. Gemeinsam mit allen Ländern setzen wir uns dafür ein, dass die Menschheit noch stärker zu einer Gemeinschaft mit geteilter Zukunft zusammenwächst. Vor unseren Augen entfaltet sich gerade mit beschleunigtem Tempo ein Jahrhundertwandel von nie dagewesenem Ausmaß. Doch der Zeitgeist von Frieden, Entwicklung, Zusammenarbeit und gemeinsamem Gewinnen ist nicht aufzuhalten. Parallel dazu verdichten sich jedoch die Zeichen einer von Wandel und Instabilität geprägten Weltlage: Geopolitische Spannungen eskalieren, Wirtschafts- und Handelskonflikte flammen auf, hegemoniales Gebaren gewinnt an Boden, multiple Krisen häufen sich. Die Menschheit steht also erneut an einem historischen Scheideweg: Einheit oder Spaltung? Offenheit oder Abschottung? Zusammenarbeit oder Konfrontation? Diese Weichenstellung entscheidet über das grundlegende Wohlergehen der internationalen Gemeinschaft und verlangt von allen Staaten politische Weitsicht wie auch historisches Verantwortungsbewusstsein. Vor dem Hintergrund internationaler Unwägbarkeiten und Umbrüche kommt China, Deutschland sowie Europa - als Schlüsselakteure der Gegenwart - gemeinsame historische Verantwortung zu. Aus leidvoller Kriegserfahrung wissen wir aus tiefster Überzeugung: Frieden ist kostbar, Entwicklung hart erkämpft. Umso wichtiger ist es daher, die historischen Ereignisse des Weltkrieges weiterhin richtig einzuordnen und die Lehren der Geschichte wachzuhalten. Wir stehen gemeinsam in der Pflicht, die hart erkämpften Errungenschaften des Sieges im Zweiten Weltkrieg sowie die globale Fairness und Gerechtigkeit zu schützen. Es gilt, den ursprünglichen Geist der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zu bewahren, strategische Kommunikation zu stärken, Differenzen durch Suche nach den Gemeinsamen zu überbrücken und die pragmatische Zusammenarbeit weiter zu vertiefen. Hand in Hand sollten wir uns für eine gleichberechtigte, geordnete Multipolarisierung der Welt stark machen, ja für eine teilhabeorientierte und inklusive wirtschaftliche Globalisierung - für mehr Stabilität und positive Impulse weltweit. Die Erinnerung an die Vergangenheit dient dem Schutz des Friedens, Geschichtsbewusstsein macht zukunftsfähig. Stehen wir also unbeirrt für das Richtige ein, leben wir Gerechtigkeit, stärken wir das Gute in unseren Gesellschaften. Rücken wir als Menschheit zu einer Gemeinschaft mit geteilter Zukunft zusammen und scheren wir als Welt auf einen Weg der vielversprechenden Perspektiven ein. |
