Home Über uns Wirtschaft und Handel Kontakt Konsularservice Bildung Presse Aktuelles über China
 
  Der Botschafter 
Grußwort
Lebenslauf
Aktuelles
Interviews
Vorträge
  Generalkonsulate der VR China in der BRD
Generalkonsulat der Volksrepublik China in Hamburg
Generalkonsulat der Volksrepublik China in München
Generalkonsulat der Volksrepublik China in Frankfurt am Main
Generalkonsulat der Volksrepublik China in Düsseldorf
 
  China im Überblick
  Fakten und Zahlen
 
  Websites in Deutsch
 · Mitteilung zur Verlängerung der Reduzierung der Visagebühren  · Die Mitteilung über die Einführung der digitalen Ankunftskarte  · Feiertage Mitteilung
  Interviews
Gastbeitrag des chinesischen Botschafters Deng Hongbo im Handelsblatt: Deutschland und China sollten mehr Kooperation wagen
 2026-01-30 21:00

Deutschland und China sollten mehr Kooperation wagen

In einer Welt voller Ungewissheit tragen China und Deutschland als zweit- und drittgrößte Volkswirtschaften besondere Verantwortung. Stabile bilaterale Beziehungen liegen nicht nur in unserem Interesse, sondern entsprechen auch den Erwartungen im gesamten chinesisch-europäischen Kontext. Staatspräsident Xi Jinping und Bundeskanzler Friedrich Merz verständigten sich 2025 auf eine weitere Vertiefung der Beziehungen und legten damit den Kurs für die Zukunft fest – im Geiste von Respekt, toleranter Konsenssuche, Zusammenarbeit und Win-win.

Unsere Länder sind langjährige Handelspartner und Verfechter sowie Profiteure von Globalisierung und Freihandel. Industrielle und marktbezogene Synergien sind die Eckpfeiler unserer Erfolgsgeschichte. Doch in Deutschland wächst die Skepsis gegenüber unseren Wirtschaftsbeziehungen. Der sollten wir mit Weitsicht und Sachlichkeit begegnen. Einige rufen nach Derisking und weniger China-Abhängigkeit. Sicherheitsbedenken sind für jedes Land verständlich, doch bei der Definition von Sicherheit bedarf es vernünftiger Grenzen. Werden sie als Vorwand für ideologische Motive genutzt, folgt eine irrationale Logik, die nur voreingenommene Ängste schürt.

Einerseits halten die angeblichen Risiken durch die gesetzeskonform agierenden chinesischen Firmen auch im Bereich Telekommunikation, grüne Technologie und IT keinem Faktencheck stand. Ein Generalverdacht widerspricht marktwirtschaftlichen und rechtsstaatlichen Prinzipien. Andererseits verkennen Warnungen vor übermäßiger Abhängigkeit wirtschaftliche Verflechtungen. Unser jährliches Handelsvolumen übersteigt 200 Milliarden US-Dollar, über 5000 deutsche Firmen sind in China präsent, und das Exportgeschäft mit China sichert fast eine Million deutsche Arbeitsplätze. Zudem adressiert China mit aktiven Maßnahmen die Anliegen deutscher Unternehmen bei seltenen Erden und Halbleitern, was eigentlich keine bilaterale Frage ist.

Protektionismus schafft nur Chaos und Stillstand. Die normale Kooperation ständig unter Politik- und Sicherheitsvorbehalte zu stellen, fördert keine Resilienz. Nur ein vernünftiger Umgang mit Sicherheit kann Risiken mindern und mehr Wohlstand schaffen.

Manche klagen über Überkapazitäten und Preisdumping. Doch China setzt keineswegs auf unlautere Praktiken. Chinesische Firmen bestehen im Wettbewerb nach denselben Regeln wie deutsche. Großflächige Überkapazitäten sucht man in China vergebens. Die Auslastung der Fertigungsindustrie bewegt sich mit 76,5 Prozent im Normalbereich, vergleichbar mit Industriestaaten wie Deutschland. Zudem war Chinas E-Auto-Bilanz 2025 ausgeglichen. Nur etwa zehn Prozent des Absatzes gingen in den Export, wobei die Verkaufspreise in Europa deutlich höher lagen. Dumping-Bedenken gegen chinesische Hersteller sind somit ebenfalls unbegründet.

Industriepolitik ist keine chinesische Erfindung. Chinas Subventionspraxis folgt strikt den WTO-Regeln. Die Wettbewerbsfähigkeit chinesischer Firmen beruht auf Innovation, Wertschöpfungsketten und Kostenvorteilen. Von diesen Bedingungen profitieren auch ausländische Unternehmen in China, darunter deutsche Automobilhersteller, die ihre Elektrifizierung mit chinesischen Technologien vorantreiben.

Chinesische Unternehmen unter dem Vorwand unfairen Wettbewerbs zu diskriminieren, stärkt nicht die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands. Konkrete Fragen sollten im Dialog gelöst werden, wie die jüngsten China-EU-Konsultationen zu E-Autos zeigen.

Kritiker sehen im Handelsdefizit mit China ein Verlustgeschäft für Deutschland, was die handelswirtschaftliche Logik und das vielschichtige Gesamtbild der Wirtschaftsbeziehungen zwischen China und Deutschland beziehungsweise der EU verkennt. Die Handelsstruktur war nie statisch, sie spiegelt den Wandel industrieller Stärken. Ein Handelsungleichgewicht kommt nicht mangelnder Fairness gleich. Viele europäische Firmen produzieren in China für den Weltmarkt, und 40 Prozent ihrer Ausfuhren gehen nach Europa. Die Folge: China hat den Handelsüberschuss, Europa kassiert die Gewinne.

Der Dienstleistungssektor generiert heute bereits über zwei Drittel der globalen Wirtschaftsleistung. In wertschöpfungsstarken Bereichen wie Finanzdienstleistungen und geistigen Eigentumsrechten behaupten Deutschland und Europa ihre starke Position. Im Dienstleistungshandel hat China ein Defizit, sieht sich dadurch jedoch nicht im Nachteil. China strebt nicht gezielt nach Handelsüberschüssen; gegenüber rund 60 Handelspartnern weist es sogar ein Defizit auf. China entfaltet seine Konsumpotenziale und erweitert den Import, etwa durch die Internationale Importmesse oder die Einrichtung des Freihandelshafens Hainan.

Oft liegt das Ungleichgewicht nicht an mangelnder Kaufbereitschaft Chinas, sondern mangelnder Verkaufsbereitschaft in Europa – Ausfuhrbeschränkungen sollten daher gelockert werden. Mehr beiderseitige Öffnung würde unsere Handelsbeziehungen in eine dynamische Balance führen.

2026 ist für beide Länder ein Schlüsseljahr. Deutschlands Fokus auf Konjunkturbelebung und Chinas Fünfjahresplan mit Schwerpunkten auf Reformen, Binnennachfrage, Marktöffnung und angemessener Anordnung der Industrieketten, die globale Partnerschaften für Produktions- und Lieferketten etablieren, bieten Ansatzpunkte für vertiefte Kooperation. Entscheidend ist nun die Umsetzung des auf Staatsebene getroffenen Konsenses, wozu eine engere Abstimmung nationaler Strategien zählt. Was wir brauchen, ist eine Partnerschaft, die eine neue Zukunftsvision entwirft für den gemeinsamen Wohlstand Chinas, Deutschlands und Europas.

 Gastbeitrag des chinesischen Botschafters Deng Hongbo im Handelsblatt: Deutschland und China sollten mehr Kooperation wagen  (2026-01-30)
 Gastbeitrag des chinesischen Botschafters Deng Hongbo in China.Table: Aus der Geschichte lernen–wertegeleitet in die Zukunft  (2025-09-01)
 Politische Stellungnahme des chinesischen Botschafters Deng Hongbo in der Berliner Zeitung: „Uns verbindet mehr, als uns trennt“  (2025-07-24)
 Gastbeitrag des chinesischen Botschafters Deng Hongbo in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung: Willkürzölle sind ein Rückschritt in der Geschichte  (2025-04-24)
 Gastkommentar des chinesischen Botschafters Deng Hongbo im Handelsblatt: Protektionismus darf nicht unseren Zeitgeist prägen  (2025-02-12)
 Gastbeitrag des chinesischen Botschafters WU Ken in der Berliner Zeitung:„Gegenseitige Achtung der Kerninteressen“  (2024-05-20)
 Botschafter WU Ken im Exklusiv-Interview mit Handelsblatt  (2024-04-12)
 Botschafter Wu Ken im Interview mit South China Morning Post  (2024-03-26)
 Botschafter Ken Wu im Interview mit der Berliner Zeitung: „China ist kein Risiko“  (2023-08-12)
 Botschafter WU Ken im Interview mit Handelsblatt  (2023-01-09)
 Botschafter Wu Ken im Interview mit der Zeitung "Behörden Spiegel"  (2022-01-11)
 Botschafter WU Ken im Interview mit der Nachrichtenagentur Xinhua  (2021-10-02)
 Botschafter WU Ken im Interview mit der junge Welt  (2021-06-19)
 Für Offenheit und Win-win-Kooperation  (2021-06-03)
 Botschafter WU Ken im Interview mit WirtschaftsWoche (Volltext)  (2021-02-26)
 Bond of destiny  (2020-12-10)
 Gemeinsam, nicht allein  (2020-12-05)
 Botschafter WU Ken im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur  (2020-09-22)
 Botschafter WU Ken im Interview mit China Rundschau  (2020-08-29)
 BRI: route of life and opportunity  (2020-07-07)
 Botschafter WU Ken im Interview mit der Funke Mediengruppe  (2020-07-02)
 Hand in Hand aus der Coronakrise  (2020-05-26)
 Botschafter WU Ken im Interview mit junge Welt (Teil 2 und Schluss)  (2020-03-05)
 Botschafter WU Ken im Interview mit junge Welt (Teil 1)  (2020-03-04)
 Botschafter Wu Ken im Interview mit Handelsblatt  (2020-02-28)
 Zusammenhalt statt Angst  (2020-02-21)
 Botschafter WU Ken: „Die Sicherheitsbedenken der USA gegen Huawei sind scheinheilig"  (2019-12-13)
 Botschafter WU Ken im Interview mit Diplomatisches Magazin  (2019-11-01)
 Für eine vertiefte Zusammenarbeit  (2019-09-04)
 Wir möchten keinen Krieg, fürchten ihn aber auch nicht  (2019-06-25)
 Defenders of rules and order  (2019-06-25)
 Interview: Sino-German relations exceed bilateral ties  (2019-05-31)
 Botschafter Wu Ken im Interview mit Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung  (2019-05-05)
 WELT-Interview mit Herrn Botschafter Shi Mingde  (2018-11-22)
 Botschafter Shi Mingde im Interview mit Neue Osnabrücker Zeitung  (2018-11-05)
 Botschafter Shi Mingde im Interview mit Rheinische Post  (2018-09-10)
 Shi Mingde: Entschieden dem Handelsprotektionismus und Unilateralismus entgegentreten  (2018-07-11)
 Botschafter Shi Mingde im Interview mit Stuttgarter Zeitung, im Vorfeld des 11. Kanzlerinbesuches in China  (2018-05-22)
 Shi Mingde: Deutschlandbesuch Li Keqiangs wird neue Kooperationsperspektive eröffnen  (2017-05-31)
 Interview mit dem Botschafter der VR China, S. E. Herrn Shi Mingde von Wirtschaft+Markt Magazin  (2017-05-03)
 „WIN-WIN ist der Weg"---- WELT AM SONNTAG veröffentlicht den Artikel des Botschafters Shi Mingde  (2017-02-07)
 „Neuer Schwung-Mingde Shi lobt die gute chinesisch-deutsche Zusammenarbeit beim G20-Treffen"----Handelsblatt veröffentlicht den Artikel des Botschafters Shi Mingde  (2016-09-02)
 Botschafter Shi Mingde gab Neues Deutschland ein Interview  (2016-04-27)
 Ambassador Shi gave an Interview with China Daily: Nation 'to establish deeper ties with Germany'  (2016-03-22)
 Chinas Botschafter in Deutschland zum Besuch von Premier Li Keqiang  (2014-10-08)
 Botschafter Shi spricht mit Reuters: China rechnet mit Rekord-Handelsjahr mit Deutschland  (2014-10-06)
 Botschafter Shi Mingde zu Gast in Bremen  (2014-06-23)
 Botschafter Shi Mingde und BASF-VizeMartin Brudermüller im gemeinsamen Interview  (2014-06-16)
 Botschafter Shi Mingde sprach im Interview mit Augsburger Allgemeine über bilaterale Zusammenarbeit  (2014-05-13)
 Botschafter Shi Mingde gab Münchener Merkur ein Interview: „Deutsche so zuverlässig"  (2014-05-12)
  Themen
Xi über Diplomatie
XX. Parteitag der KPCh
KPCh 100
Armutsbekämpfung in China
Wie China regiert wird
Newsletter der Botschaft
  Sprecher des Aussenministeriums
Foreign Ministry Spokesperson Guo Jiakun’s Regular Press Conference on April 16, 2026
Foreign Ministry Spokesperson Guo Jiakun’s Regular Press Conference on April 15, 2026
Foreign Ministry Spokesperson Guo Jiakun’s Regular Press Conference on April 14, 2026
Foreign Ministry Spokesperson Guo Jiakun’s Regular Press Conference on April 13, 2026
  Suchen